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Interdisziplinäre Untersuchungen zum wehrhaften Zentralort im unteren Wadi az-Zarqa / Mittleres Ostjordanland

Tell adh-Dhahab al-gharbi

Tell adh-Dhahab al-gharbi

Die geographische Lage der Tulul adh-Dhahab

Knapp eine Stunde nordwestlich der jordanischen Hauptstadt Amman liegt mitten im Jordantal das Städtchen Dayr Alla. Dort, wo sich das Wadi az-Zarqa (Jabboktal) zur Jordansenke hin öffnet, befindet sich das Grabungshaus, das auch von dem Team der Universität Dortmund genutzt wird.
Die Ausgrabungsstelle selbst ist etwa acht Kilometer östlich von Dayr Alla im tief eingeschnittenen Wadi az-Zarqa gelegen, genau an der Stelle, wo von Süden her das Wadi Hajjaj ins Wadi az-Zarqa mündet. Hier zwingen zwei zwillingsartige Ruinenhügel, die je etwa 100 Metern hohen Tulul adh-Dhahab, den Zarqa-Fluß zu einem kurvenreichen Verlauf.

Noch heute zeugt die Lage der Tulul adh-Dhahab von ihrer einst strategisch bedeutenden Position. In der Forschung ist bis heute jedoch umstritten, um welche antike Orte es sich bei den Tulul adh- Dhahab handelt. Diskutiert werden u.a. Ortslagen, die in der Bibel (Pnuël, Mahanaim) oder beim jüdischen Historiker Flavius Josephus (Amathous, Essa) erwähnt werden. Auf den Tulul adh-Dhahab wurde durch den Amerikaner R.L. Gordon in den Jahren 1980 und 1982 ein in der Fachliteratur publizierter Survey durchgeführt (ADAJ 27 [1983], 275ff.; MDOG 116 [1984], 131ff.). Gordon bemerkt in seinen Aufsätzen oft, für genauere Ergebnisse müsse man hier graben.  

Einführung in das Projekt

Seit 2005 gräbt ein internationales Team unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Pola (Universität Dortmund) in Zusammenarbeit mit dem Department of Antiquities (DOA) des Haschemitischen Königreiches Jordanien auf den Tulul adh-Dhahab.

Löwenkopf

Löwenkopf

Die Ausgrabungskampagne im Juli/August 2005 brachte auf halber Höhe des westlichen Siedlungshügels eine vermutlich hellenistische Wehranlage von immensen Ausmaßen zu Tage. Auf einer Breite von 50-60 Metern schützten massive Mauerquadrate mit einer Mauerdicke von etwa 1,5 Metern die Siedlung vor Angriffen aus dem Westen.

In 2006/2007 wurde einerseits an der 2005 entdeckten Wehranlage weitergearbeitet, andererseits wurden neue Ausgrabungsareale geöffnet.
Auf dem hellenistisch überbauten Plateau wurden Teile eines spätammonitisch-hasmonäischen Säulenhofes freigelegt, der unter Herodes d. Gr. ausgebaut worden ist und der 363 n. Chr. aufgrund eines Erdbebens zerstört worden ist. Charakteristisch ist die Herzform der Säulen. Am Südwesthang des Hügels, auf halber Höhe zwischen der Wehranlage und dem Plateau, stießen die Ausgräber auf die mutmaßliche Stadtmauer. Eine in einem turmartigen Gebäude entdeckte gut erhaltene Brandschicht stammt laut C14-Datierung aus der Zeit zwischen 1300 und 1000 v.Chr. Damit ist auch die Spätbronzezezeit auf dem Berg belegt. Neben vielen interessanten Einzelfunden, darunter einem Terrakottaköpfchen, ragten die Funde zweier Ritzzeichnungen heraus, von denen das eine den Kopf einer geschmückten Löwin, das andere eine Frau (oder ein Kind) mit einer Ziege zeigt. Dies setzt für das neunte oder achte Jahrhundert v.Chr. ein Heiligtum auf dem Plateau des Berges voraus. Die Tulul adh-Dhahab bergen noch manches Geheimnis für weitere Kampagnen ...

 

Weiterführende Informationen

Ausgrabungsprojekt.pdf